Es wird langsam wieder etwas ruhiger in Interlaken und die Rafting Saison auf der Lütschine ist zu Ende. Wenn das Wetter mitspielt ist der Herbst perfekt für Canyoning und die Saison ist denn auch noch in vollem Gange. Auf www.outdoor-interlaken.ch kann man sich übrigens anmelden, für diejenigen die Lust auf einen Ausflug haben. Trotzdem möchte ich die Gelegenheit nutzen und damit beginnen den Sommer Revue passieren zu lassen

Die Sommersaison begann 2011 früh, so früh wie noch nie. Schon im März war es in Interlaken aussergewöhnlich warm, ein kleines Beispiel illustriert diese Tatsache relativ gut: In der letzten Märzwoche einige Outdoor Staffmitglieder brachen auf in Richtung Kleine Scheidegg, Frühlingsskifahren auf den letzten Schneeresten war angesagt. Während das Team auf der Sonnenterrasse das Mittagessen genoss, läutete Iain’s Telefon, ein paar Guidekollegen wollten am nächsten Tag einen Ausflug in die Chli Schliere machen um zu rekognoszieren, wie die Schlucht nach dem Winter aussah. Man erinnere sich, es war März.

Insgeheim hatten wir auf einen warmen Frühling gehofft, da der Winter in der Region, seien wir ehrlich, miserabel war. Die Schneeverhältnisse waren katastrophal und viele hatten die Nase voll vom Winter 2010/11.

Der Canyon nahe Alpnach wurde dann auch begangen und es wurde wie zuvor auch schon in der Zulg festgestellt, dass schon bald Begehungen möglich sein sollten. Am Samstag 2. April war es dann endlich soweit, das Thermometer zeigte 25°C (!) an und die erste Gruppe Abenteuerlustiger brach auf ins heimelige Eriz um die Zulg zu durchqueren. Die Gruppe war glücklich und sozusagen Pioniere, denn sie waren die ersten, deren Tour komplett und in HD auf Video festgehalten wurde. Wir waren stolz, unser neustes Produkt, einen professionellen Canyoning Video Service, endlich anbieten zu können, als erster Touroperator in der Schweiz notabene.

Eine Woche später am 9. April dann der grosse Tag. Die frühste Tour in der Chli Schliere in der Geschichte von Outdoor Interlaken stand an, erneut bei sommerlichen Temperaturen. Wir konnten kaum glauben, wie warm der April war. Natürlich waren wir sehr froh darüber, allerdings hofften wir auch, dass das prächtige Wetter während der ganzen Saison anhalten würde und dass es das nicht schon gewesen sein sollte mit dem Sommer. Eine weitere Premiere gab’s dann Ende Monat noch: Canyoning Grimsel war buchbar, zum ersten Mal überhaupt im April.

Auch der Seilpark war total überwältigt vom Ansturm, Frühlingsferien und sommerliche Temperaturen bescherten Ronny und seinem Team einen super Saisonstart. Wir waren sehr stolz, mit dem Eidechsli den 8. Parcours eröffnen zu dürfen. Die Seilparkcrew, insbesondere Ronny, hatten die Monate der Winterpause genutzt, eine neue Attraktion zu planen und zu realisieren, besonders unsere kleinen Gäste konnten sich darüber freuen. Das Eröffnungsfest am 2. April war wiederum ein gelungener Startschuss in die Saison.

Als im Mai unser Guide Team von überall auf der Welt eintrudelte, staunten sie nicht schlecht, als ihnen die einheimischen Jungs erzählten, dass sie seit einem Monat die Schliere Tour rockten. Mit dem Guide Team kam wieder so richtig Leben in die Bude, die Stimmung war super und alle waren motiviert für einen weiteren tollen Sommer zwischen Thuner- und Brienzersee.

Im Vergleich zu den vorderen Jahren war unser Team insgesamt wesentlich kleiner, so gab es zum Beispiel keinen hauptberuflichen Barkeeper mehr. Um die fehlenden Arbeitskräfte zu kompensieren hiess es für jeden im Team, egal ob Guide, Fahrer oder Bürokraft mit anzupacken. Polyvalenz war angesagt und es nahm sich niemand aus der Verantwortung. Jeder half mit und der Teamspirit wurde jeden Tag noch grösser. Seien wir ehrlich, einige Guides haben richtig gefallen daran gefunden hinter der Bar auszuhelfen – und das beste: sie hatten richtig Talent dafür!

Am 1. Mai sollte das Rafting losgehen, der Saisonstart verzögerte sich aber um fast zwei Wochen. Der Grund dafür ist schnell gefunden, da fast kein Schnee mehr lag in der Jungfrauregion gab es auch fast kein Schmelzwasser und die Lütschine war buchstäblich ausgetrocknet. Mitte Mai ging’s dann endlich auch auf den Flüssen los.

Abseits des daily Business mussten nicht nur wir, sondern der gesamte Schweizer Tourismus mit ansehen wie der Franken stets teurer wurde, beziehungsweise wie der Euro und der Dollar ihre Talfahrt begannen. So wie es aussah, stand der gesamten Branche eine schwierige Saison bevor. Ein Plan musste her. Mehr dazu nächste Woche im zweiten Teil des Saisonrückblicks.

Liebe Grüsse und hoffentlich bis bald

Adi

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