Powdern neben der Piste

Ein Interview mit Schneesportlehrerin Nina Blaser

Wie kommst du zum Tiefschneefahren?
Mein Vater hat die ganze Familie motiviert. Auf meinen ersten beiden Touren war ich die Jüngste und dementsprechend Langsamste der Familie. Meine Motivation war nicht hoch, das könnt ihr mir glauben. Doch jetzt geniesse ich das Tiefschneefahren total!

 

Was fasziniert dich abseits der Pisten?
Mich fasziniert die Freiheit, die ich dort habe. Ich kann fast überall runterfahren, sofern keine Wildschutzzonen vorhanden sind oder erhöhte Lawinengefahr herrscht.

Nina Blaser
Nina Blaser
Mario Photo Ischmeer1

Welche Rolle spielte das Tiefschneefahren in deiner Ausbildung?
Ich absolvierte zwei Kurse im Freeride-Bereich. Ohne das nötige Wissen wird das Fahren abseits gesicherter Pisten schnell zur Gefahr. Ein Tiefschneekurs hilft bei der nötigen Sensibilisierung.

 

Was begeistert dich am Unterrichten?
Es ist einfach schön, die Passion zu teilen. Ich gebe mein Können weiter und sehe die Freude, wenn Gäste Fortschritte machen. Gerade beim Tiefschneefahren haben viele Mühe mit dem Anfang einer neuen Kurve. Sie versuchen, den Ski möglichst früh mit viel Kraft in die neue Richtung zu drehen. Wenn sie durch einige Tipps und Übungen spüren, dass dies auch ohne grossen Kraftaufwand möglich ist, ist die Freude unbezahlbar.

 

An wen richtet sich der Schnupperkurs Tiefschneefahren?
Der Kurs richtet sich an jene, die von den weissen, unberührten Schneeflächen fasziniert sind, rote Pisten ohne Probleme fahren und wenig Vorkenntnisse im Tiefschneefahren besitzen. Das Fahren ist auch mit richtiger Technik ziemlich anstrengend. Deshalb sollte man genug fit sein, um einen ganzen Tag abseits der Piste fahren zu können. Wenn die Leichtigkeit beim Fahren fehlt, ist der Schnupperkurs die perfekte Wahl.

 

Was darf der Gast von diesem Kurs erwarten?
Das Ziel ist, sich wohl zu fühlen. Wir starten mit dem Einfahren meist auf der Piste. So kann ich die Technik meiner Gäste beobachten und Tipps zum Kurvenverlauf geben. Anschliessend übertragen wir die erlernte Technik in den Tiefschnee. Dieser Ablauf erlaubt mir, ein angenehmes Lernklima zu schaffen, sodass auch Gäste mit viel Respekt auf ihre Kosten kommen.

 

Welches Equipment wird benötigt?
Die persönliche Touren-, Freeride- oder Alpinskiausrüstung wird benötigt. Zudem brauchen alle ein LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät), eine Schaufel, eine Sonde und einen Rucksack. Fehlendes Material kann bei Outdoor gemietet werden.

 

Wie geht es nach dem Kurs weiter?
Um weitere Tiefschnee-Erlebnisse zu geniessen oder das Wissen im Tiefschneefahren zu vertiefen, empfehle ich, in der Bergsportschule von Outdoor einen Grund- oder Aufbaukurs zu buchen. Will man vermehrt neben der Piste unterwegs sein, eignet sich auch ein Grundkurs Lawinen. Für Skitoureninteressierte ist ein Schnupper- oder Grundkurs Skitouren empfehlenswert.

 

Was ist dein Tipp für unsere Leserschaft?
Häufig beobachte ich einen grossen Kraftaufwand, um Kurven im Tiefschnee einzuleiten. Gebt dem Ski hier etwas Zeit, er wurde so konstruiert, dass er euch hilft.

Schnupperkurs Tiefschneefahren

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Freeride Jungfrau Region

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