Skitour Wetterhorn – Tourenbeschrieb

Das Wetterhorn mit seinen 3692 Meter über Meer thront majestätisch über Grindelwald. Die Tourengeschichte dieses Gipfels geht weit zurück. Die Erstbesteigung gelang Melchior Bannholzer und Johann Jaun am 31. August 1844. Bis der Riese mit seinen teilweise überhängenden Gletschern aber zum ersten Mal im Winter bezwungen werden konnte, vergingen weitere 30 Jahre. Heute ist eine Tour aufs Wetterhorn jedoch auf so mancher Wunschliste zu finden. Wie wäre es also mit einer Skitour auf den Hausberg von Grindelwald?

Anforderungen

Damit du das Wetterhorn mit Skis ersteigen kannst, braucht es zahlreiche Voraussetzungen, die zusammenspielen müssen.

Wetter

Das Wetter und die Verhältnisse müssen passen. Die Tour ist lange und streng, da müssen die Verhältnisse und das Wetter zu 100% mitspielen.

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Du musst sowohl skitechnisch als auch alpintechnisch auf hohem Niveau unterwegs sein und schon viel Erfahrung auf solchen Touren gesammelt haben. Der Aufstieg erfordert eine gute Aufstiegstechnik, ökonomisches Vorwärtskommen und sicheres Gehen im steilen Gelände – auf Skis und auf den Steigeisen. Und auch die Abfahrt hat es in sich – steile Passagen, Skifahren auf spaltenreichem Gletscher und Abseilpassagen mit Skis erwarten uns.

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Bereite dich gut vor auf diese Skihochtour. Nimm das Nötigste mit, aber nicht zu viel, denn bei 2400 Höhenmeter Aufstieg wirst du den Rucksack irgendwann spüren.

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Ablauf der Tour

Weg

Du triffst deine Bergführerin oder deinen Bergführer frühmorgens im Rosenlaui – je nach Datum und Temperatur kann dies gut schon um 3 Uhr morgens sein. Nach einem kurzen Materialcheck geht es los. Wir steigen auf dem Wanderweg entlang der Rosenlauischlucht auf. Der Wald ist steil und es erwarten uns zahlreiche Kehren.

Aufstieg
Je nach fortgeschrittener Jahreszeit wird dieser Abschnitt mit Skis oder zu Fuss absolviert. Spätestens am Gletscherhubel steigen wir auf Skis um. Nun geht es etwas flacher weiter. Immer noch im Schein der Stirnlampe bewegen wir uns weiter entlang dem Dossenweg in Richtung Moräne. Das Gelände steilt wieder auf und in Spitzkehren geht es hinauf auf die Moräne und durch das steile Couloir zum Rosenlauibiwak. Wir montieren unseren Klettergurt, denn bald schon finden wir uns auf dem Gletscher wieder. Langsam bricht der Tag an und die umliegenden Gipfel werden von der Sonne beleuchtet. Auf dem spaltenreichen Gletscher schlängeln wir uns Meter für Meter weiter hoch. Je nach Schneelage bewältigen wir diese Passagen am langen Seil.

Nun lehnt sich der Rosenlouwigletscher wieder etwas zurück und über weite Gletscherflächen schlendern wir dem Wellhornsattel entgegen. Kurz vor dem Sattel wechseln wir wieder in den Spitzkehrmodus und steigen zackig auf. Auf dem Wellhornsattel angekommen, scheint der Gipfel des Wetterhorns zum Greifen nahe. Es folgt eine kurze Abfahrt und gleich darauf steigen wir wieder auf bis zum Wettersattel. Hier deponieren wir unsere Skis und wechseln auf die Steigeisen. Am kurzen Seil gesichert, absolvieren wir die letzten Meter zum Gipfel. Es ist ein steiler Aufstieg im Schnee und Fels. Bald ist es geschafft und wir stehen auf dem 3692 Meter hohen Wetterhorn. Die Aussicht hier oben ist grandios. Im Westen das Tal von Grindelwald und im Süden die steilen 4000er der Berner Alpen – ein einzigartiges Panorama.

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Abfahrt
Nach einer Gipfelrast geht es auf der Aufstiegsroute zurück zu unseren Skis. Wir demontieren die Felle und stellen die Skischuhe auf Abfahrtsmodus um. Die ersten Schwünge sind noch etwas verkrampft, da wir doch einige Aufstiegsmeter in den Beinen haben. Bald schon wird es lockerer und wir cruisen über den Gletscher. Ein kleiner Gegenanstieg in den Wellhornsattel und die Abfahrt führt uns über den Rosenlouwigletscher hinunter zum Rosenlauibiwak. Wir schlängeln uns das Couloir hinunter und bewältigen einige steile Rampen über die Gletscherbuckel. Je nach Schneelage kann es hier erforderlich sein, dass wir mit den Skis abseilen. Nun traversieren wir unter das Kleine Wellhorn hinaus, wo uns nochmals ein paar schöne Hänge erwarten. Weiter unten wird die Abfahrt nochmals anspruchsvoll. Wir kurven um Sträucher und Bäume herum und bahnen uns den Weg zur Rosenlauischlucht. Je nach Verhältnisse muss hier ein Teil der Strecke zu Fuss zurückgelegt werden. Bald schon erreichen wir den Wanderweg und gehen die letzten Meter zum Rosenlaui. Geschafft – ein langer und eindrücklicher Skitourentag geht zu Ende!

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