Aletschgletscher Wanderung

Ein Erlebnisbericht von Annelies Knecht

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Tag 1

Steigeisen montiert, Seilschaft gebildet und los geht’s.  Wir lassen das Jungfraujoch hinter uns und setzen uns auf dem Jungfraufirn in Bewegung. Schnell finde ich mich mit der Ausrüstung zurecht und lasse mich von dem, was sich mir hier bietet, einnehmen.

Über mir der stahlblaue Himmel, vor mir der grösste und längste Gletscher der Alpen, um mich herum Berge, Eis und Schnee. All das lässt mich erahnen, dass zwei grossartige Tage vor mir liegen. Die Bilder in mich aufsaugend, erreichen wir über diverse Spalten den Konkordiaplatz und somit den Aletschgletscher. Auf der Höhe vom eindrücklichen Ewigschneefeld marschieren wir über die Moräne, wo sich unser Weg entlang von Gletscherspalten und Wasserläufen weiterzieht. Die Furchen und Spalten, die Gletschertische, die Tiefen, das Blau, die unterschiedlichsten Steine – die alpine Bergwelt hat mich in ihren Bann gezogen.

Wieder auf freiem Fuss, das heisst ohne Steigeisen und Seil, legen wir eine Strecke über Geröll und Steine zurück, bevor uns noch einige Tritte und Leitern zur Konkordiahütte bevorstehen. Das wunderbare Abendessen war somit verdient und die Aussicht von der Hütte Belohnung genug.

Tag 2

Der nächtliche Sternenhimmel, die morgendliche Stille, das Erwachen des Tages. Stimmungen, die unter die Haut gehen. Für den spannenden Abstieg von der Konkordiahütte zurück zum Gletscher ist Trittsicherheit gefragt.

Wieder angeseilt, wandern wir über die Eismassen. Als die wärmende Sonne uns erreicht, sind wir schon ein schönes Stück weitergekommen. Wir halten uns links, wo wir dann den Gletscher verlassen werden. Es folgt der für mich eindrücklichste Teil der Tour. Hier unten «lebt» das Eis. Es türmt sich auf, breite und tiefe Spalten zeigen sich, schmale Grate, und der Weg ist nicht mehr einfach so zu erkennen.

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Mein Puls steigt doch etwas, als es beidseitig nur noch Spalten hat, die Route mal steil rauf- und dann wieder steil runtergeht. Kopf und Füsse müssen bei der Sache sein. Sicher und gekonnt lotst uns der Bergführer durch das Gletscherlabyrinth und das Abendteuer Gletscher geht mit jedem Schritt dem Ende entgegen.

Nach intensiven Stunden haben wir wieder festen Boden unter den Füssen und begeben uns auf einer schönen Wanderung via Märjelensee zur Fiescheralp. Glücklich, dankbar und zufrieden treten wir die Heimreise an und schwelgen wohl noch eine Weile in schönen Erinnerungen.

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Annelies Knecht

Ich bin Annelies Knecht aus Grindelwald. Als Nichtsportlerin hatte ich vor der Tour meine Bedenken, habe mich aber gut vorbereitet. Ich bin aber sehr froh, dass ich den Wandermuffel in mir überwinden konnte. Es war unbeschreiblich.

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