Die Kunst des Teambuildings

Ein Blick auf die Parallelen zwischen Berg- und Geschäftsführung

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Interview mit CEO von Outdoor Switzerland

In einem Interview mit Johann Kaufmann, dem erfahrenen Bergführer und Geschäftsführer von Outdoor Switzerland, tauchen wir in die Welt der Bergabenteuer und des Unternehmertums ein. Johann teilt seine Einblicke in die Unterschiede und Parallelen zwischen seiner Arbeit als Bergführer und seinem unternehmerischen Engagement. Zudem erklärt er, warum er trotz seiner geschäftlichen Verpflichtungen immer wieder Zeit findet, die Berge zu erkunden. Wir erfahren auch, warum er Teambuilding-Events in den Bergen für besonders wirkungsvoll hält und wie er mit den Herausforderungen einer Seilschaft umgeht.

1. Kannst du uns einen Einblick in deine Tätigkeit als Bergführer sowie deine Rolle als Geschäftsführer von Outdoor Switzerland geben?

«Als Bergführer liegt mein Fokus darauf, Menschen sicher durch die Natur zu führen und ihnen unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen. Ich sorge mich um ihre Sicherheit, ihr Wohlbefinden und ihre Erfahrungen in den Bergen. Als Geschäftsführer von Outdoor Switzerland trage ich eine andere Verantwortung für das Unternehmen. Ich kümmere mich primär um strategische Fragen und um die Unternehmungsentwicklung. Zusammen mit unseren Teams stellen wir sicher, dass unser Unternehmen reibungslos läuft und wir unseren Kunden erstklassige Outdoor-Erlebnisse bieten. Trotz der verschiedenen Rollen ist mein Ziel in beiden Tätigkeiten, Menschen zu inspirieren und zu befähigen, die Natur zu geniessen und ihre Grenzen zu überschreiten»

2. Wie unterscheidet sich deine Arbeit als Geschäftsführer von Outdoor Switzerland am meisten von deiner Arbeit als Bergführer?

«Als Geschäftsführer trage ich zusammen mit meinem Team eine grössere Verantwortung für das Unternehmen. Als Bergführer liegt der Fokus  auf der Sicherheit und dem Wohlergehen meiner Kunden in der Natur.»

3. Gibt es zwischen deiner Arbeit am Berg und deiner Arbeit als Geschäftsführer Parallelen?

«Auf jeden Fall. Sowohl am Berg als auch im Geschäftsleben ist Teamarbeit entscheidend. Außerdem erfordern beide Tätigkeiten eine gute Planung, Flexibilität und die Fähigkeit, in herausfordernden Situationen ruhig zu bleiben.»

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4. Warum sollte ein Teambuilding-Event deiner Meinung nach in den Bergen stattfinden, und was ist der Unterschied zu einem ähnlichen Event im Tal?

«Ein Teambuilding-Event in den Bergen bietet eine einzigartige Umgebung, die zahlreiche Vorteile für die Teamdynamik bietet. Erstens ermöglicht die Natur eine Abkehr vom Alltag und schafft Raum für Reflexion und neue Perspektiven. Die physische Herausforderung beim Bergsteigen fördert Teamarbeit, Vertrauen und Zusammenhalt auf eine Weise, die im Büro schwer zu erreichen ist. Außerdem sind die Berge oft mit Herausforderungen verbunden, die das Team dazu zwingen, gemeinsam Lösungen zu finden, was die Bindung und die Fähigkeit zur Problemlösung stärkt.

Ein Teambuilding-Event im Tal kann zwar auch effektiv sein, bietet aber nicht die gleiche Intensität und die spezifischen Herausforderungen der Bergumgebung. Die Natur bietet im Tal oft nicht dieselben Möglichkeiten zur Selbstreflexion und ist möglicherweise nicht so ablenkungsfrei wie in den Bergen. Ausserdem fehlt oft der Aspekt der physischen Herausforderung, die in den Bergen eine wichtige Rolle spielt.»

5. Warum nimmst du dir trotz der hohen Belastung als Geschäftsführer immer noch die Zeit, sporadisch als Bergführer unterwegs zu sein?

«Die Arbeit am Berg ist meine Leidenschaft und gibt mir die nötige Auszeit vom anstrengenden Alltag als Geschäftsführer. Ausserdem halte ich es für wichtig, meine Fähigkeiten als Bergführer aufrechtzuerhalten und meine Begeisterung für die Natur zu teilen. Für mich ist es elementar, trotz vielen Bürostunden, selbst an der Front zu sein und den Puls der Gäste zu fühlen. Wir verkaufen, was wir Leben, und dieses Leben können wir nur draussen spüren.

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6. Welches sind deiner Meinung nach die wichtigsten Voraussetzungen, damit eine Seilschaft harmoniert?

«Eine harmonische Seilschaft beruht auf Vertrauen, Kommunikation und gegenseitigem Respekt. Jeder muss sich auf den anderen verlassen können und klar kommunizieren, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Der Schwächste ist in einer Seilschaft am Berg der stärkste im Team. Nur mit dieser Rücksichtnahme kommen alle auf den Gipfel»

7. Wie erfasst du die Stärken und Schwächen deiner Seilpartner möglichst schnell?

«Ein wichtiger Schritt ist es, offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren. Auch das Beobachten des Verhaltens und der Reaktionen in verschiedenen Situationen gibt oft Aufschluss über Stärken und Schwächen»

8. Wie gehst du mit schwierigen Seilschaften/Konstellationen um?

«In schwierigen Seilschaften ist es wichtig, ruhig zu bleiben und konstruktiv nach Lösungen zu suchen. Offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis helfen dabei, Konflikte zu lösen und das Vertrauen wiederherzustellen. Wege entstehen in einer Seilschaft nur dadurch, dass man sie gemeinsam geht»

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Johann Kaufmann

Geschäftsführer bei OUTDOOR und Bergführer

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Cornelia Zeller

Event Managerin im Events-Team von OUTDOOR